Anlaufstellen für Familien

Der Caritasverband für die Diözese Mainz e.V. hat 13 Kitas auf dem Weg zum Familienzentrum begleitet

Familien so früh wie möglich fördern und ihnen in Belastungssituationen mit Rat und Tat zur Seite stehen: diesem Ziel sind 13 Kindertageseinrichtungen im Bistum Mainz mit der Teilnahme an dem Projekt „Den Wandel gestalten – Kita als Familienzentrum“ ein großes Stück näher gekommen. Im Laufe des dreijährigen Modellprojekts des Caritasverbands für die Diözese Mainz e.V. haben die Einrichtungen viele familienunterstützenden Angebote entwickelt und sich so zu einer Anlaufstelle für Familien weiterentwickelt. Bei einem Fachtag, am 10. März im Erbacher Hof in Mainz stellten die Projektteilnehmer ihre Erfahrungen und Ergebnisse vor. Die Palette der familienunterstützenden Angebote ist dabei breit: So bietet etwa die Erziehungsberatung in einigen Kitas regelmäßig eine Sprechstunde an, andere Einrichtungen arbeiten eng mit Tagespflegepersonen zusammen, so dass der Kindergartenbesuch auch im Krankheitsfall der Eltern gewährleistet ist.

Orte der Treue und Verlässlichkeit
Generalvikar Dietmar Giebelmann dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Mühe, „das Brennglas nochmals genauer darauf auszurichten, was Familien heute brauchen.“ In den vergangenen Jahren habe die Kirche zusammen mit den Caritasverbänden ein breites Netz an Unterstützung aufgebaut. Das Projekt „Kita als Familienzentrum“ zeige, dass Angebote wie Ehe-, Erziehungs- und Schwangerenberatung ihren Platz auch in den Kindertagesstätten haben, so Giebelmann. Er hob hervor, dass den Kindertagesstätten gerade vor dem Hintergrund der schwindenden Bedeutung von Familie als tragender Lebensform eine wichtige Funktion zukomme. „Gerade deshalb brauchen wir Kitas als Familienzentren – als Orte, an denen Treue und Verlässlichkeit gelebt wird, wo Menschen sich füreinander engagieren und wo der Einzelne in den Blick genommen wird.“

Auf die hervorgehobene Bedeutung von Familienzentren als Chancengleichheit ermöglichenden Bildungs- und Lernorten ging Professor Uta Meier-Gräwe in ihrem Vortrag ein. Die Gießener Familiensoziologin verwies auf den beispiellosen Anstieg von Armut in den vergangenen zehn Jahren, der sich massiv auf das Familienleben und die Bildungschancen der zukünftigen Generationen auswirke. Hier könnten Familienzentren wieder eine Anschlussfähigkeit für die betroffenen Eltern und ihre Kinder herstellen. Jeder Euro, der in frühkindliche Bildung gesteckt werde, so Meyer-Gräwe, sei eine lohnende Investition, die dazu beitragen könne, spätere Kosten etwa für Maßnahmen der Erziehungs- und Jugendhilfe erst gar nicht entstehen zu lassen.

Diözesancaritasdirektor Hans-Jürgen Eberhardt hob vor Trägervertretern, Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern und Kooperationspartnern hervor, dass sich durch das Projekt „Den Wandel gestalten – Kita als Familienzentrum“ in vielen Einrichtungen im Bistum Mainz „eine lebendige Gemeinschaft von und für Familien“ entwickelt habe. Dies sei nur durch das gemeinsame Engagement von Kindern, Eltern, haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern möglich gewesen. Eberhardt betonte, dass sich die Projektteilnehmer viel Zeit genommen haben, um gemeinsam mit Elternvertretern und Kooperationspartnern passgenaue Hilfen für Familien zu entwickeln. „Nicht ein reines ‚Mehr’ an Angeboten ist unser Ziel, sondern, dass wir unsere Angebote auf die Familien hin neu gestalten.“

Wünsche und Bedarfe der Eltern ernst genommen
Clemens Frenzel-Göth, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie beim Caritasverband für die Diözese Mainz, wies darauf hin, dass viele der in den Einrichtungen realisierten Freizeit-, Bildungs- und Beratungsangebote auf Initiative der Eltern zustanden kamen. Jeweils zu Beginn und zu Ende des Projekts waren die Eltern nach ihren Wünschen und Bedarfen befragt worden. Dies führte in einigen Einrichtungen beispielsweise zu einer Flexibilisierung der Öffnungszeiten, zur Einrichtung eines Elterncafés oder eben dazu, dass in der Kita regelmäßig eine Sprechstunde der Erziehungsberatungsstelle angeboten wird. Gefragt waren im Projektverlauf aber auch die Einschätzung der Träger der Kindertageseinrichtungen, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Kooperationspartner.

Film
Wie kreativ die Kita-Teams und die Elternvertreter bei der Umsetzung der familienunterstützenden Angebote waren, zeigt auch der Film „Den Wandel gestalten – Kita als Familienzentrum“, den die Autoren Paavo Ondreka und Judith Knab an drei Projektstandorten realisiert haben. Eine Kurzfassung des 23-minütigen Films kann im Internet unter www.dicvmainz.caritas.de abgerufen werden.
Die ungekürzte Fassung des Films (DVD) kann beim Caritasverband für die Diözese Mainz angefordert werden. E-mail an: info@caritas-bistum-mainz.de
Postweg: Caritasverband für die Diözese Mainz e. V., Stabsstelle Sozialpolitik und Verbandskommunikation, Bahnstraße 32, 55128 Mainz

Hinweis:
In der Zeit von Januar 2008 bis Dezember 2010 haben 13 katholische Einrichtungen für Kinder aus dem Bistum Mainz am Modellprojekt des Caritasverbandes für die Diözese Mainz e.V. „Den Wandel gestalten - Kita als Familienzentrum“ teilgenommen. Ziel des Projektes war es, Einrichtungen dabei zu unterstützen, sich konzeptionell und strukturell zu Familienzentren weiterzuentwickeln. Die Weiterentwicklung zielte darauf ab, dass Familien so früh wie möglich Unterstützung und Förderung erhalten, bedarfsgerecht und alltagsnah. Die Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrgemeinden, mit Diensten und Einrichtungen des Caritasverbandes, ihrer korporativen Mitglieder sowie mit Kooperationspartnern im Sozialraum wurde in diesem Zusammenhang auf- bzw. ausgebaut. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt durch das Institut für Kinder- und Jugendhilfe Mainz. In der zweiten Projektphase, die im Januar 2012 starten soll, plant der Caritasverband für die Diözese Mainz 30 bis 50 weitere Kitas auf dem Weg zum Familienzentrum zu begleiten.

Teilnehmende Einrichtungen:
Bad Vilbel: Kindertagesstätte St. Nikolaus
Darmstadt: Kindertagesstätte St. Elisabeth
Gießen: Kindertagesstätte St. Thomas Morus, Kita St. Elisabeth, Kita St. Franziskus (Eulenkopf), Kita Bernhard Itzel, Kita St. Vinzenz, Kita Montessori Kinderhaus St. Martin, Kinderkrippe St. Hildegard von Bingen
Großen-Buseck: Kindertagesstätte St. Elisabeth
Mühlheim-Lämmerspiel: Kindertagesstätte Regenbogeninsel
Münster: Kindertagesstätte St. Michael
Worms: Spiel und Lernstube Nordend

Kontakt:
Clemens Frenzel-Göth, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie beim Caritasverband für die Diözese Mainz e.V., Telefon: 06131/2826-276,
E-mail: clemens.frenzel-goeth@caritas-bistum-mainz.de